Heimatverein Unterhof

 

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Natur und Kultur

 

Das Storchennest!

Klappern gehört zum Handwerk, zum Tagwerk, zur Begrüßung, zur Futterübergabe, zur Paarbindung….

Vielleicht war es das Klappern der Störche auf dem Nest in Gustl Zahns Kindheit. Eine Erinnerung, die ihn bis heute begleitet hat. Aus jener Zeit als noch die Auen und Feuchtwiesen am Rande der Dörfer in unserer Gegend mit Storchennestern gekrönt waren.

Eine Vision? Ein Traum? Gustl Zahn gehört nicht zu den Menschen, die ewig warten bis sich vielleicht die eigenen Wünsche und Träume irgendwann und irgendwie erfüllen oder nie. Nein, er packt die Dinge an und setzt sie um, ganz pragmatisch und gezielt. Mit dabei bei solchen Aktionen sein Freund und Helfershelfer Siegfried Beckschebe. Das Ergebnis war in diesem Fall das Storchennest im Naturschutzgebiet Sallengrund-Waldwiesen - am Rande des Unterhofs in Richtung Oberhof auf Gustls  Wiese. Lange vorher munkelte man im Dorf schon was wohl dort in dem großen, gegrabenen Loch wohl passieren würde.

Nun ist es klar, dort steht das Storchennest und wartet auf das erste Storchenpaar.

Zur Einweihung hatte Gustl Zahn alle  eingeladen, die bei der Umsetzung seines Planes geholfen hatten. Auch unser Bürgermeister war geladen, kam und freute sich. Mit Storchenschnaps, nicht Gänsewein, begoss man das Ereignis.

Dem Bürgermeister kam das Storchenprojekt grad recht. Denn mit der ersten Storchenbrut hofft er zurecht auf reichen Kindersegen um die Gemeinde zu beleben.

Glaubt nicht ein jeder von uns noch und denkt an Kindertage, als man dem Vogel mit dem weißschwarzen Frack und dem roten Schnabel den Zucker vor das Fenster legte und  auf den Kindersegen hoffte . Danach die Eltern fragte: Das Brüderchen, das Schwesterchen hat das der Klapperstorch gebracht?!

G. Krewing-Rambausek

Hier geht's zur Storcheninfo!

 

Willy,der Weißstorch

Bild: Mathias Schäf

Hier siehst Du mich im Flug. Meine roten Beine und mein roter Schnabel sind  deutlich zu sehen. Übrigens, beim Fliegen strecke ich meinen Hals immer weit nach vorne. Gerd, der Graureiher hingegen hält beim Fliegen seinen Hals sförmig gekrümmt.

Bild: Mathias Schäf

Mir macht es gar nichts aus, durch Wiesen mit hohem Gras zu laufen. Ich finde dabei Heuschrecken, Frösche und manchmal auch eine Maus.

 

„Klapper, klapper, klapper, klapper“. Na, hast du mich an meiner Stimme erkannt, oder anhand der Bilder? Ja, ich bin Willy, der Weißstorch. In der Tat: Klappern gehört zu meinem Handwerk. So sagt man doch! Meine Kennzeichen sind lange rote Beine und ein langer roter Schnabel. Mein Federkleid ist überwiegend weiß, mein Flügel trägt schwarze Federn. Wenn du meine Geschichte hier liest, dann bin ich schon weit entfernt im Süden. Vielleicht fresse ich gerade fette Wanderheuschrecken in einer Oase zwischen Palmen. Genau, mitten in der Wüste.

Egal wo ich auch genau bin, ich bin gerade dabei die große Wüste Sahara zu durchqueren. Klar, das muss ich auch tun: Ich bin nämlich ein Zugvogel. Den Winter würde ich in deiner Gegend nicht überleben; es gibt zu wenig Insekten, Mäuse und Frösche. Deshalb mache ich mich im Spätsommer auf  die lange Reise nach Afrika. Im nächsten Frühjahr komme ich aber bestimmt wieder zurück. Natürlich nur, wenn ich die lange Reise auch überstehe. Das bedeutet immer wieder ruhige Rastplätze zu haben. Dann muss ich auch genügend Futter finden. Manchmal sind auch Vogeljäger ein Problem. Wenn also alles klappt, dann sehen wir uns im nächsten Frühjahr wieder. Dass es inzwischen wieder Weißstörche gibt, ist gar nicht selbstverständlich. Wenn ich nur dran denke, dann schüttelt es mich. Noch vor 40 Jahren waren wir in Baden-Württemberg fast ausgestorben. Geholfen haben uns Vogelschützer. Sie haben kleine Weißstörche groß gezogen und freigelassen. Außerdem wurden große Nester aus Ästen gebaut und auf hohe Holzpfähle gesetzt. Aber auch auf den Dächern von Kirchen und Rathäusern wurden Horste angebracht. Ebenso wurden für uns nutzlose Äcker in Wiesen umgewandelt. Und in Deutschland, in Europa und auch in Afrika haben Vogelfreunde unsere Lebensräume unter Naturschutz gestellt. Jetzt gibt es wieder 450 Brutpaare Weißstörche im Ländle. Das ist doch toll, oder? Wir Störche sind auch für die Menschen wichtig! Früher hat man sich erzählt, der Storch bringe die kleinen Kinder. Überlegt mal, ob das wohl stimmen kann!

Ratet mal, wo ich im Frühjahr gebrütet habe: Am Rande vom Freizeitpark Trippsdrill. Auf einer großen Pappel, in einem Horst aus Menschenhand. Und wisst ihr, wer ein Stock tiefer in meinem Horst gebrütet hat? Ein Haussperlingspaar hat dort seine Jungen großgezogen.

Bevor meine Kinder nach Deutschland zurückkommen, bleiben sie erst einmal 3-4 Jahre in Südafrika. Wenn sie dann den langen Rückweg hinter sich haben, gründen auch sie eine Familie. Ich bin gespannt, wo sich im Raum Unterhof die nächste Storchenfamilie einnistet. Einige Plattformen haben die Vogelschützer schon aufgestellt.

So, jetzt muss ich aber weitere Heuschrecken fangen. Zwischen den Palmen finde ich Einiges was ich fressen kann.

Ich grüße euch aus dem sonnigen Süden mit sandigen Grüßen

Euer Willy, der Weißstorch

Bild: Mathias Schäf

Ein Beitrag von Ralf Gramlich, Orni-Schule, Schomberg, 75050 Gemmingen, Fon 07267 / 83 83

E-Mail:ORNISchule@web.de, www.ORNISchule.de

 

 

Buchvorstellung

 Die Kälberer Hütte hatte Gustav Zahn gewählt um einem interessierten Publikum sein Buch

"Der Kirchenrückwald"

vorzustellen. Er gab einen Überblick über den Inhalt und las auch einzelne Abschnitte vor.

Gustav Zahn widmet sein Buch dem Wald, der in seiner Kindheit Spielplatz für ihn war und in dem er schon seit

 vielen Jahren auf unterschiedlichste Weise ehrenamtlich tätig ist.

Fotos: Helmut Pfeifer

 

 

Mehlschwalbenalarm im Tränkbachweg

                           Rastplatz Unterhof  auf der Reise nach Süden 2012

Fotos: Familie Grimm

 

 

Unterhöfer Nachtleben

  nächtliche Besucher 

                                  Kreuzspinne                                     "zahmer" Igel !!

Rotes Ordensband              

                     

Russischer Bär

oder

Spanische Fahne

Spanner

Purpurglanzeule

Meldeneule

Gammaeule

Nagelfleck

Grasglucke

Mittlerer Weinschwärmer

Windenschwärmer

 

Fliegende Nachbarn neu entdeckt

Bericht zur Exkursion am Samstag, den 2. Juli um 7.00 Uhr im Unterhof, Ortsteil  der Gemeinde Dielheim.

 

Tinnunculus, der kleine Schreihals wie er im Volksmund genannt wird, begrüßte gleich im Fünferpack die Teilnehmer der Frühexkursion. Der Turmfalkenterzel samt Falkendame und den drei Jungen machen, seit diese flügge sind, die Dächer und Bäume des Dorfes lautstark unsicher.  

 

 

In den Stallungen konnte man an mehr als 20 Rauchschwalbennestern das Füttern an den Nestern und der schon ausgeflogenen Bruten hautnah beobachten. Rasant und in wendigen Flugmanövern schossen die Altvögel durch Türen und Fenster. 

Deutlich konnte man die diesjährigen frisch präparierten Nester an ihrem dunklen aufgesetzten Rand erkennen. Stundenlang könnte man diesen Akrobaten des Luftraumes zusehen. 

Weiter zu den Mehlschwalben in ihren Nestern an der Hauswand unter der Dachrinne. 

Ganz anders dieses zarte Gewisper, das dort beim Anflug der Altvögel aus den Nisthöhlen zu hören war. Stetig wurde auch hier, wie bei den Rauchschwalben, in manchen der Nester schon die zweite Brut aufgezogen.

 

 

Begleitet bei unserem Rundgang wurden wir stets vom Ruf der Türkentauben und dem Gläser reibenden Gequietsche der Girlitze, die mit mehr als 4 Individuen am Morgenkonzert beteiligt waren.

Den Grund des intensiven und lauten Getschilpe der Haussperlinge in einer Hecke, die hier gleich mit mehr als einem Dutzend Familienmitgliedern  ein- und ausflogen, konnten wir leider nicht erfahren. Vielleicht ging es um die besten Brutplätze, die hier im Dorf noch reichlich vorhanden sind oder einfach nur um Meinungsverschiedenheiten, die in so einem Familienverband ausdiskutiert werden müssen.

Um die Reihe der Finkenvögel zu vervollständigen machten Grünling, Stieglitz, Buchfink und ein paar ruhigere Feldsperlinge ihre Aufwartung. Gemächlich zog ein Graureiher am Morgenhimmel vorüber und das sichelförmige Flugbild der Mauersegler war allgegenwärtig.

Von Zäunen und Dachfirsten war der wohlklingende Gesang mehrerer Amselmännchen zu hören, der sich mit dem Lied der Mönchsgrasmücke aus einer Hecke harmonisch verband. Die ersten Bruten der Kohlmeisen balancierten und turnten zwischen den Fütterungsphasen halsbrecherisch und risikoreich in den Hochstauden der Gärten. Vom nahen Kirchenrückwald war das Lachen eines Grünspechtes zu hören, der im Volksmund auch lachender Hans oder „der Lustige“ genannt wird.

Das geheime Leben der Vögel offenbarten uns die Stare, die ihre Bruthöhle in die Isolierung einer Hauswand gebaut hatten , ganz sicher nicht um die Fassade zu verschönern, eher um mit Hausrotschwanz und Feldsperling, die beide in Nistbausteinen in der Wand brüten, eine soziale Lebensgemeinsaft zu bilden. Die Haussperlinge unterm Dach und die Bachstelze, die auf dem Dachfirst spazieren vervollständigen diese Lebensgemeinschaft. In einem  verschlossenen Holzschuppen, in den wir kurz einen Blick werfen konnten, hatte ein Amselpaar ein Nest kunstvoll in die Gabel eines Stützstabes für überhängende Zwetschgenbäume  gebaut. Auf diese Stützhilfe muss der Besitzer in diesem Sommer wohl verzichten. Einflug zum Nest nur über eine runde Öffnung von ca. 12cm Durchmesser. Wer’s kompliziert mag, soll es so haben!

Ein Blick zum Himmel und stets gab es neue Beobachtungsfreude, langsam aus großer Höhe schwebte ein Rotmilan ins Blickfeld, für das Dorf kein seltener Überflieger. Die heimischen Mäusebussarde aus dem Sallengrundwald gaben auch eine kurze Probe ihrer morgendlichen  Flugschau zum Besten.

Eine Beobachtung von feinster Art bot uns zum Ende der Exkursion ein Pärchen Bluthänflinge, besonders schön das Männchen in seinem Prachtkleid mit roter Stirn und Brust. Nicht zu vergessen die jungen Elstern, Rabenkrähen und der Schwarm lärmender  Stare, die gemeinsam in einer hohen Birke saßen und den Morgen beim gemeinsamen Vogelgequatsche verbrachten.

Versetzt hatte uns an diesem Morgen der  sonst sehr zuverlässige Pirol mit seinem stetigen Rufen aus den Buchen am Krebsbach. Entschuldigt waren ohne Frage die Schleiereulen oben in den Scheunen in ihren Kästen. So früh am Morgen steht eine Eule noch nicht auf.

Es waren für mich, die ich diese Führung durch unser Dorf leitete, drei schöne Stunden mit sehr interessierten, aufmerksamen und wissenden Vogelkundlern.

G. Krewing-Rambausek

 

Zwei "Rentner" stellen sich vor

Am 2. April 1986 geboren, kam Chester, ein echtes Welsh – Pony kaum ein halbes Jahr alt, auf den Hof von Elke und Karl Grimm. So alleine fühlte sich das junge Pony nicht ganz wohl trotz der liebevollen Betreuung und guten Pflege. Ein Gefährte musste her. Er wurde auch bald gefunden. Schon Anfang 1987 zog  Lord, geboren am 25. März 1986 bei Familie Grimm und Chester im Unterhof ein. Lord ist ein Dülmener Wildpferd. 

Wer regelmäßig zum Dorffest nach Unterhof kommt, dem sind die beiden Ponys bestens bekannt, zogen sie doch Jahr für Jahr beim Fest im Sommer die Kutsche mit fröhlichen Kindern durch das Dorf und den Wald. Stets gleichmütig, zuverlässig und gelassen, unter der Hand von Karl Grimm waren sie ein eingespieltes Team. 

Nicht nur im Sommer zogen sie die Kutsche, auch in sternenklaren, schneereichen Winternächten trabten die beiden mit Glöckchen und Laternen geschmückt vor dem Schlitten her. 

Wer in unserer schönen Winterlandschaft eine Schlittenfahrt mit den Pferden machen konnte, schwärmt heute noch davon. Viele junge Mädchen aus der Gegend betreuten Lord und Chester, beide waren in ihren jungen Jahren geduldige Reitpferde. Katrin  und auch Karl Grimm können von vielen schönen Distanzritten mit den beiden Pferden berichten. Heute im Alter von 24 Jahren ist das Leben der beiden geruhsamer geworden. 

So war auch das Dorffest 2009 das letzte  Fest, an dem die beiden die Kutsche zogen. Die beiden "Rentner" sind auch im Ruhestand noch munter und voller Elan.Seit die beiden Mädels Printe und Ranke  in den Boxen im Stall gegenüber eingezogen sind, ist das Rentnerdasein noch mal so schön.  Stundenlang ausreiten und Kutsche ziehen muss nicht mehr sein. Schön im warmen Stall stehen, sich von ihren Betreuerinnen striegeln lassen und im warmen Sonnenlicht auf der Koppel  sich ein wenig die Beine vertreten, das ist genau das Richtige für die beiden älteren Herren. Wünschen wir ihnen noch ein langes und gesundes Pferdeleben.

G.Krewing-Rambausek

 

 Ein seltener Fund im Garten

Es war an einem Sommertag, einem der wenigen mit viel Sonnenschein schon am frühen Morgen. Just an diesem Morgen wurde in einem Garten im Unterhof ein etwas eigenartiges Lebewesen gesichtet. Es glich einem kleinen Urmonster!! Nicht Schnecke, nicht Schlange, nicht Eidechse und auch keine Blindschleiche.

Es war ein Wesen so dick wie der Zeigefinger eines erwachsenen Menschen, bräunlich gefärbt und hatte zwei augenartige Fleckenpaare auf dem verdickten Vorderteil (Kopf) und am Ende des Körpers ein kleines spitzes schwarzes Horn. Kurzerhand wurden Experten zusammen gerufen. Das Gremium stellte fachmännisch fest: Das kann nur die Raupe eines heimischen Nachtfalters sein, denn so dicke, große, nackte Raupen gibt es häufig bei den Nachtfaltern, besonders bei den Schwärmern. Fachbücher (Schmetterlingsführer) wurden gewälzt und man wurde fündig.

Es war die Raupe des Mittleren Weinschwärmers - einer unserer  wohl schönsten Schwärmer. Glück muss man haben! In meiner Fotosammlung, unter vielen anderen Schmetterlingsbildern, befinden sich auch Bilder des Mittleren Weinschwärmers, alle hier im Unterhof aufgenommen. Diese wunderschöne Raupe dazu war mir bisher noch nicht vor die Linse gekommen.

Steckbrief: Der Schwärmer lebt gerne an feuchten Stellen, Auwäldern aber auch regelmäßig in Gärten und Parks. Er liebt als Futterpflanze das schmalblättrige Weidenröschen, in Gärten ist er besonders an Fuchsien, am Blutweiderich und an Nachtkerzen zu finden. 

Die Verpuppung  des Falters erfolgt  in der Erde.  Der Falter wird nur selten gesehen, weil er erst in der Dunkelheit fliegt. Man muss also schon ein bisschen Glück haben um diesen wunderschönen Schwärmer sehen zu können.   

Viel Spaß beim Anschauen.

G.Krewing-Rambausek

 

Nun was fürs Herz und lieblich anzuschauen

An einem feuchten kühlen Sommermorgen gelangte dieses kleine Wesen in den Unterhof. Man fand es in einem Nachbardorf mit kalten Beinchen, nassen Füßchen, viel Ungeziefer im noch nicht ganz festen Stachelkleid. Ausgehungert und schlapp kam es an. Frieda, das kleine Igelkind wog grad mal 90g und war allein auf dieser großen Welt. Die Mama war wohl abhanden gekommen. 

Mit einer handwarmen Wärmflasche unter dem Bäuchlein, einem Schluck  Fencheltee im Magen erst mal ausschlafen, dann was gegen Zecken, Flöhe und andere Plagegeister auf den Pelz und die Welt sah schon viel freundlicher aus. Die erste Mahlzeit schmeckte schon vortrefflich. Katzenfutter fein gemischt mit Banane, Nuss, Rosinen und gekochtem Ei  war ein köstlicher Igelbrei. Jetzt wiegt sie schon 127 g und frisst was sie kann. Fit wie ein kleiner Turnschuh ist sie wie man sieht.

 

So war sie,  so bleibt sie in unserer Erinnerung: 

Anja

Jahr für Jahr trabte sie im November am Abend des Martinsumzuges geduldig, behutsam und vorsichtig unserem Zug voraus durch den Wald. Immer folgte ihr die Schar der bunten Laternen mit den funkelnden Lichtern. Das fröhliche Singen der Kinder, Gitarrenspiel und Trompete waren ihr vertraut. Wir vertrauten ihr und sie uns, Anja war unser Martinspferd, unsere Martinsstute.  

Eine geborene "Unterhöferin", viele kennen sie noch als Fohlen, als sie zusammen mit ihrer Mutter Anke auf der Koppel stand. Für jeden Spaziergänger, der den Weg vom Waldspielplatz zum Oberhof ging, war es selbstverständlich, dass dort im Wald auf ihrer Weide die schöne Fjordstute stand.                                     
Geboren wurde sie am 29. April  1988, so steht es auch in ihrem Stallbuch. Da steht auch, dass sie eine Braunfalbe war und einen typischen, edlen Fjordkopf auf ihrem kräftigen Hals trug.                                                                                                               
Ihr ursprünglicher Besitzer war Wilhelm Grimm (Onkel Wilhelm), auch Anke Anjas Mutter war schon in seinem Besitz.

Die meisten von uns kennen Anja nur als das Pferd von Karen Bolesta. Die beiden waren, wie man auch auf den Bildern sieht, ein gleichsam vertrautes, harmonisches Gespann, ein Teil des Lebens im Unterhof.                                                                                                                                                                                                                                   Am 13. März 2010 starb unsere schöne Martinsstute. Alle, die sie kannten waren berührt und traurig. Sie fehlt. Wir werden uns in vielen Augenblicken und Situationen gerne an sie erinnern.

G. Krewing-Rambausek

 

Verleihung der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg

Der  Sommer war doch gar nicht so langweilig im Unterhof, auch wenn die Sonne sich oft rar machte und dem Regen häufig den Vortritt ließ.

Am  Samstag, den 10. Juli 2010 war oben im Kirchenrückwald um 17.00 Uhr einiges los. Dort vor der Kälbererhütte fand an diesem Nachmittag bei schönstem Sommersonnenschein eine Verleihung statt. Unserem Mitglied Gustav Zahn  wurde für seinen  jahrzehntelangen ehrenamtlichen  Einsatz für Natur – und Heimatpflege in unserer Gemeinde die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg von Bürgermeister Hans-Dieter Weis verliehen.

Wer einen Spaziergang durch unseren Wald macht, kann viele Dinge sehen, die von Gustav Zahns ehrenamtlichem Einsatz zeugen. Da kann man den von ihm zu neuem Leben erweckten Steinbruch besuchen, sich auf Sitzbänken ausruhen, in der Dachsenfranzhöhle vorbeischauen und an den Hinweistafeln und Wegweisern, die er erstellt hat, sicher durch den Wald finden. Auch die Nistkästen, die entlang den Spazierwegen an den Bäumen hängen, sind nur durch seine sorgfältige Pflege attraktive Wohn – und Kinderstuben für Kohl-,  Blau-,  Tannen- und Sumpfmeise, Kleiber und andere heimische Waldvögel geblieben.

Dort oben an der Front, der Kälbererhütte, ist auch sein neustes Werk entstanden. Es lohnt immer bei einem Spaziergang stehen zu bleiben. Hier  sind die Holzarten, heimische Waldtiere und Vögel anschaulich dargestellt. Hier kann man staunen wie vielfältig das Leben in unserem Wald ist. Dank dem unermüdlichen Einsatz von Gustav Zahn.                                                  

Die Jagdhornbläser  Meckesheim - Mönchzell begleiteten die Waldfeier. Nach den lobenden Ansprachen saßen Gustav Zahn und seine Familie mit all den anderen Helfern, die ihn gerne unterstützen, und den geladenen Gästen  gemütlich beisammen.  Die Bilder erzählen noch mehr.

 

Es war kein Dornröschenschlaf!!!!

Eher das Verschwinden für Jahre unter Abfall, Müll und Asbest. Auch gab es keine Küsse eines Prinzen, die das verschollene Kleinod aus seinem Versteck freigaben. Es war harte Arbeit, gemeinsame Arbeit, die Liebe zur Heimat, die Erinnerung an eine Kindheit, in der Bach, Wiese, Feld und vor allem der Wald mit seinen geheimnisvollen Plätzen und Schätzen eine wichtige Rolle spielten. So ein Platz war und ist für Gustl Zahn der alte Steinbruch im Kirchenrückwald am Rande des Unterhofes. 

Dass dieser jetzt wieder in seiner ganzen Schönheit und seinem Zauber zu sehen ist, verdanken wir der Energie und dem Willen von Gustl Zahn, der nicht einfach hinnehmen wollte, dass solche Plätze durch die Ignoranz anderer Menschen für alle Zeit als Müllplatz dienen. Mit seinem Freund und Helfer Siegfried Beckschebe hat er eine wahre Meisterleistung vollbracht. 280 kg Müll und Schutt haben sie vor dem Steinbruch entfernt. Unterstützt hat sie dabei der Bauhof der Gemeinde mit den nötigen Geräten, die man braucht um solche Massen zu entsorgen. Volker Böning, der zuständige Revierförster,  unterstützte und förderte das Vorhaben gleichermaßen, dient es nicht auch dem Erhalt eines natürlichen und ursprünglichen Lebensraums in unserem Wald. Am Donnerstag, den 9. Juli 2009 wurde nach harter und mühevoller Arbeit das Werk gebührend anerkannt und der Presse vorgestellt. Bürgermeister D. Weis, Ortsvorsteher R.Wonschik, Revierförster V. Böning, Herr Fuchs, der Leiter des Bauhofes und natürlich die beiden Ehefrauen, Anita Zahn und Ingrid Beckschebe nahmen an der Präsentation des wieder erwachten, freigelegten Steinbruchs teil.

Was leider bisher trotz intensiver Nachforschung nicht zu erfahren war, ob jemals in diesem Steinbruch abgebaut wurde. Sicher sind solche aufgelassenen Steinbrüche keine Seltenheit in der Kraichgau-Senke und in vielen wird heute noch Gestein z.B. zur Zementherstellung abgebaut. Entstanden sind sie in der Keuper-Zeit als sich nach dem Absinken des Meeresspiegels Sande, Tone und Salze ablagerten. Auch im Unterhofer Steinbruch sind die Ablagerungen in ihren unterschiedlichen Schichten, Farben und Bestandteilen zu erkennen. 

Eine Informationstafel, die Gustav Zahn aufgestellte,  erklärt die Zusammensetzung der unterschiedlichen Gesteinsschichten. Das Besondere dieses Ortes liegt in seiner Unauffälligkeit, in seiner Ruhe. Sein Reiz hält an vom Morgen mit dem Gesang der ersten Vögel, über in die erfrischende Kühle an einem heißen Sommernachmittag, wenn ein träger Wind die langen Flechten und Efeuranken, die über die Wand hängen,  leicht bewegt und bis in die Dämmerung, wenn die ersten Fledermäuse ihre Kreise ziehen und die Käuze zu rufen beginnen. Selbst dann  ist der Zauber nicht verflogen. Es ist einer der Orte, von dem man nicht weiß, ob im hellen Mondlicht dort bei Nacht, nicht Elfen ihren Reigen tanzen. Zu verdanken haben wir diesen wieder erstandenen Ort unseren beiden Heimatvereinsmitgliedern Gustav Zahn und  Siegfried Beckschebe. Es liegt an uns ihn zu bewahren und weiter so zu erhalten.

G. Krewing-Rambausek

 

 

"Sozialer  Wohnungsbau"  spezial 

Herbst 2008

Wer wohnt im Kirchenrückwald oder Sallengrund am Bruchweg, Tannengarten, Alleeweg, Zuzenhausener Weg oder am Roten Rainweg im Appartement Nr. 3, 25 oder 17?

Ich weiß genau wer dieses Jahr am Alleeweg im Sallengrund in Nr. 46 wohnte, lebte, liebte, stritt und die immer hungrigen Kinder auf das Leben vorbereitete.

Woher ich das weiß? Nun, ich habe Gustl Zahn (Gustav Zahn) über die Schulter geschaut. Im späten Herbst hatte Gustl Zahn viel zu tun. Er ist ein erfahrener und routinierter  Hausmeister auf seinem Spezialgebiet und das schon seit 1998.                      

Sein Handwerkszeug ist professionell: Hammer, Säge, Bohrmaschine, Nägel aus Alu und ein ergodynamischer Spatel gehören zur Standardausrüstung. 

Es ist nicht so einfach in diesem Job, Leiter rauf, Leiter runter, die Herrschaften wohnen im Hochparterre und wie’s da aussieht?

Die Haustür hängt schief oder fehlt ganz, da regnet’s rein und ein neues Dach ist fällig, dort hat einer sogar Fenster und Türen zugeklebt. Chaos perfekt, Gerümpel bis unters Dach.

Nisthöhle eines Kleibers

Da heißt es für Gustl Zahn aufräumen, ausmisten, Müll entsorgen, reparieren, Fenster und Türen frei kratzen oder erneuern. Bei einigen ganz besonders Schlampigen fehlt auch noch die Hausnummer. Es gibt auch Wohnungen, die sind so verwohnt, dass man sie beseitigen und durch neue ersetzen muss. Als Assistentin an diesen Tagen durfte ich mit weißer Sprühfarbe die Hausnummern erneuern oder ergänzen und sie deutlich auf  die Türen und den  dazu gehörenden Hausbaum sprühen.

Nisthöhle einer Blaumeise

Gustl Zahn ist bei seiner Arbeit sehr genau. Auf einer langen Liste sind die Hausnummern der 120 Apartments in den 12 Wohnbezirken im Kirchenrückwald und die 50 Apartments  in den 4 Wohnbezirken  im Sallengrund aufgeführt.

Besonders wichtig in der Liste ist wer wann in welcher Wohnung hauste, wenn auch manchmal nur für ein Jahr.

Wir Unterhöfer und viele Menschen aus Horrenberg, Balzfeld, Dielheim, der näheren und weiteren Umgebung gehen regelmäßig in unserem schönen Buchenmischwald spazieren.

Liebe Leser nun neugierig geworden? Ich hoffe doch.

Es geht um die Nistkästen, die Herr Zahn Jahr für Jahr ehrenamtlich für das Forstamt pflegt und betreut. Sein Ansprechpartner ist der Revierförster des Leimbachtals Volker Böning, der Herrn Zahn bei Bedarf auch neue Kästen zur Verfügung stellt.

Zu diesem Wald, der uns durch seine Vielfältigkeit im Wandel des Jahres immer wieder aufs neue erfreut, zu den Buschwindröschen, Sumpfdotter – und Schlüsselblumen im Frühling, der dunklen Teufelskralle und dem weiß blühenden Holunder im Sommer , der tausendfachen Farbenpracht des Laubes im Herbst, nicht zu vergessen was ein Winter, wie der letzte für einen Zauber entstehen lässt - genau zu all dem gehören die Bewohner der vielen Nistkästen, die Herr Zahn betreut.

Es ist immer da, das Vogelgezwitscher. Manchmal bleiben wir stehen und lauschen, doch oft ist es für uns ganz selbstverständlich und gehört zum Alltag im Wald.

Wen interessiert es schon, wenn er vorbei an der Abzweigung nach dem Spielplatz vom Bruchweg den Kirchenweg zur Kälbererhütte wandert, was wohl gerade dort in der Nr. 1 geschieht. Es lohnt sich immer einen Blick zu riskieren und manchmal kann man sogar den oder die Bewohner kurz entdecken. Vor allem im Mai/Juni, wenn die Kinderstuben voll sind und viele hungrige Schnäbel nach Futter schreien. Dann sieht man Meise, Fink, Kleiber, Specht und Star ihre Brut füttern. Tonnen von Raupen und Schädlingen werden verfüttert zugunsten des Waldes. Wenn Gustl nicht wäre, stünde es schlecht um den "sozialen Wohnungsbau" im Unterhöfer Wald.

Die überwiegende Zahl der Vögel im Wald sind Höhlenbrüter. Doch in der heutigen Forstwirtschaft werden die Bäume nicht sehr alt und aus diesem Grund ist das natürliche Angebot an Höhlen gering.

So ist es gut, dass es Menschen wie Gustav Zahn gibt, die in vielen Stunden Arbeit etwas erhalten und pflegen, das uns bei unseren Spaziergängen doch so selbstverständlich erscheint.   

                                                                                                                                            G. Krewing-Rambausek

Zwei der häufigsten Bewohner stellen sich hier persönlich vor:

Die kleine Blaue ( Blaumeise) 

und der bunte Kleber (Kleiber)